Gilt auch für Ballerinas: Das Leben fängt mit 40 an

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Erst nach dem Applaus wird klar, was vorhin getanzt wurde. Aus dem Off erklingt Baz Luhrmanns Lied «Everybody’s Free» aus dessen Romeo-und-Julia-Film: Ratschläge eines älteren Herrn, wie man sein Leben meistern soll, indem man nicht verzweifelt und auf alle Fälle Sonnenschutz trägt. Dazu wirft ein Projektor Bilder von den Tänzerinnen und Tänzern des Nederlands Dans Theater III auf die Rückwand der Bühne der Stadthalle Zofingen. Bilder aus der Kindheit der Tanzenden, als sie am Anfang auf dem Weg zu ihrer hart erarbeiteten Kunst standen.

Mit viel Humor erzählen die ehemaligen Primaballerinas (Sabine Kupferberg und Gioconda Barbuto) und -ballerinos (Egon Madsen und David Krügel) vor dem Applaus und dem alles erklärenden Lied von ihren Kindheitsträumen und fühlen den Momentaufnahmen der Fotografien nach, die dem Publikum eben bis zum Schlussapplaus vorenthalten werden, aber den eigentlichen Schlüssel für die Aufführung bilden. Die australische Choreografin Meryl Tankard zeigt mit ihrem Stück «Merryland», dass das Leben in einer Tanzkarriere nicht mit 30 aufhören muss. Einerseits in der Gesamtaussage des Stücks, andererseits, weil sie mit einem Quartett von älteren Tänzern zusammenarbeitet, die sicherlich in allen Theatern ausrangiert worden sind.

Die vier Tanzenden persiflieren ihren Beruf. Und das brillant. Nie wirken die Geschichten melancholisch oder bitter. Egon Madson beispielsweise stirbt nochmals alle Tode, die er im Lauf seiner Karriere als Balletttänzer gestorben ist. Vom sich erdolchenden Romeo aus «Romeo und Julia» bis zum dem Sturm erliegenden Siegfried aus «Schwanensee». Abwechselnd schreien die Tanzenden die Sprüche des harten Trainings ihrer ehemaligen Ausbildner: «Immer lächeln. Runter mit den Schultern. Die Füsse sind leicht, wenn der Boden brennt!» Es soll auf der Bühne immer so aussehen, als falle das Tanzen den Darstellern leicht. Trotz des enorm harten Trainings.

Das Thema des Alters und somit der Vergänglichkeit wird auch in der Dramaturgie des Abends ersichtlich. Das erste Stück von «Merryland» ist sehr kurz. Fünf bis zehn Minuten. Es symbolisiert die kurze Zeit, in der eine Tänzerin oder ein Tänzer seinen Beruf ausüben kann. Fast so lange, wie das Leben einer Person als Tänzerin oder als Tänzer.

Im Gegensatz zu den fünf Minuten dauert der zweite Teil des Abends länger. Das Leben nach der Karriere dauert im Vergleich viel länger als das Leben vor der Karriere. Denn mit 30 ist die Karriere als Primaballerina oder -ballerino beendet. Ausser beim Nederlands Dans Theater III. Dort beginnt das Leben mit 40 und stellt unter Beweis, dass man nach der Altersschwelle nicht ausrangiert ist.

Weitere Steps-Vorstellungen: Am Freitag, 26. April, im Kurtheater Baden und am Sonntag 28. April, im Schauspielhaus in Zürich.

Brillant Das Thema «Altern» als Choreografie.

 

Hinweis:  http://ch-de.voegele-shoes.com/3/damen/schuhe

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